Koroot Guesthouse
Irgendwann kam ich dann nach einigen Irrfahrten in Seouls Aussenbezirken bei dem Gaestehaus an. Schon der Empfang war sehr herzlich: Man kam zum Wagen gerannt, begruesste mich trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit sehr freundlich und trug mein Gepäck ins Haus. Der Chef handelte mit dem Taxifahrer sogar noch einen geringfügig besseren Preis aus. Dafür, dass ich mit dem Taxi vom Flughafen mitten in die Stadt gefahren war, hatte ich aber wohl gar nicht SO viel bezahlt, sondern bin noch einigermaßen gut davon gekommen…
Das Gaestehaus KoRoot ist einfach wunderbar. Der “Herbergsvater” lebt mit seiner Frau dort und beherbergt uns internationale KoreanerInnen. Es ist eine sehr familiaere Atmosphaere und der erste Eindruck durchweg positiv. Der Tagesablauf ist recht simpel, wird aber durch das ständige Leben im Haus aufgebrochen. Während meines Aufenthaltes waren wir eine Gruppe aus amerikanischen, dänischen, schwedischen und natürlich deutschen ‘KoreanerInnen’. Es wurden viele Gedanken, Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht und allein das Leben in dem Gaestehaus hat mir schon viele neue Horizonte eröffnet.

Das Gästehaus von außen. Eine sehr moderne und gepflegte Unterkunft.

Die Slipper-Kultur in Korea: verkörpert durch “riesige Schuhberge” vor der Haustür.

Rezeption und Personal.

Mein Bett (oben und im Vergleich zum Rest des Zimmers, das ich mir mit 5 anderen Mädels teilte, extrem ordentlich!)
Die Atmosphäre ist trotz aller Freundlichkeit durch eine gewisse Kühle geprägt. Wenn man sich abends traf hatte einer morgens zum ersten Mal seine leiblichen Eltern getroffen, ein anderer eine weitere Niederlage auf der Suche nach seinen Eltern einstecken müssen. Und all die Fort- oder Rückschritte (je nach Perspektive) mussten die Halb-Koris allein verarbeiten – in einem Gästehaus ohne “Familie” und ohne echte Freunde an der Seite. Für mich waren das sehr fremde und manchmal sogar beängstigende Eindrücke, denn zum Teil wurde mit einer solchen Verbissenheit die biologische Familie gesucht, dass mir als eigentlich Außenstehende schon die nicht sonderlich stark ausgeprägten Nackenhaare zu Berge standen. Ich persönlich habe neben dem Forum wenig Zeit die ich in Korea verbringen werde, umso mehr Pläne, aber keinerlei Druck. Ich fühle mich einfach wohl und blicke voller Zuversicht auf das, was da kommen wird.
Ich hoffe, dass sich auch die folgenden Erlebnisse an diese superpositive Grundstimmung anpassen werden. Es kommt wohl drauf an, was ich draus machen werde -und ich habe noch viel vor!
