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Gedenkstätte Hohenschönhausen und Stasi-Ausstellung

Eingetragen von Julia Spreen auf 2. März 2009 – 22:00Kein Kommentar

Gemeinsam mit Carsten habe ich die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besichtigt. Für mich war es ein beklemmendes Gefühl auf dem Gelände eines ehemaligen Internierungslagers und Gefägnisses zu sein, obwohl man sich frei bewegen konnte. Aber die Führung durch einen ehemaligen Gefangenen sowie die erhaltenen Strukturen und der leicht muffige Geruch taten ihr übriges. Wenngleich unsere Reiseleitung ein wenig skurril daher kam, erlebten wir spannende und lehrreiche Stunden, die gleichzeitig viel Fassungslosigkeit und Unverständnis in den Köpfen hinterließen. So wurde mir beispielsweise nie zuvor so deutlich vor Augen geführt, dass systematische psychische Folter (Isolation, Desorientierung, Schlafentzug, etc.) ähnliche Wirkungen entfalten kann wie physische.

Oftmals bleiben die Anekdoten am Rand besonders vordergründig in Erinnerung und so war es auch hier: Das Gelände auf dem das ehemalige Gefängnis liegt, wird in Stadtplänen seit Jahrzehnten nicht als das dargestellt, was es tatsächlich ist, stattdessen mal als Güterbahnhof, mal als Park, inzwischen aber immerhin mit dem Erklärungstext “Gedenkstätte”. Die Gründe hierfür bleiben ebenso wie zahlreiche Details zu dem einstigen Stasi-Gefängnis unklar, zumal sie oftmals spekulativen Charakters wären. Nichtsdestotrotz klärt die Gedenkstätte Hohenschönhausen auf beeindruckende Art auf über den nicht irrelevanten Aspekt rechtloser bzw. rechtverdrehter Räume während der sowjetischen Besatzungszeit und der ehemaligen DDR.

Direkt im Anschluss haben wir noch die Stasi-Ausstellung des Informations- und Dokumentationszentrums besichtigt. Hier wird die Überwachungs-, Manipulations- und Verfolgungsmaschinerie der SED-Diktatur aufgearbeitet und auch wenn die Schautafeln nicht besonders lesefreundlich waren, handelt es sich um eine beeindruckende Zusammenstellung von Dokumenten der Observierungs- und Abhörpraktiken in der DDR. Führt man sich dann vor Augen, dass man weder räumlich noch zeitlich wirklich weit von diesen Methoden entfernt ist, dann läuft es einem trotz der sehr sachlichen Stimmung in den Ausstellungsräumen kalt den Rücken runter.

Wie auch immer die Stimmung in diesem Land aktuell ist. Es ist gut, dass die Mauer gefallen ist – wem auch immer wir das zu verdanken haben – den Scorpions oder David Hasselhoff…

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