Beijing: Sommerpalast & Silk Street

Sommerpalast, Beijing
Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück im Hostel habe ich mich auf den Weg gemacht, um weitere Teile Beijings zu erkunden. Zunächst besuchte ich den neuen Sommerpalast, der ein wenig außerhalb der Stadt liegt. Es handelt sich um ein riesiges Gelände mit zahlreichen Hallen und Pavillons sowie einem großen See, auf dem Touristen mit Tretbooten herum fuhren. Neben den Bauwerken stehen hier vor allem die Gartengestaltung sowie die zahlreichen Brücken im Mittelpunkt.
Während ich schwitzend durch die Parks flanierte, ist mir dann tatsächlich die Monster-Blase unter meinem rechten Fuß geplatzt, wobei der anfängliche Schmerz dann aber doch in Erleichertung umschlug. Nachdem ich einige Stunden durch die Landschaft spaziert bin, entschied ich mich zu einer kleinen Shopping-Tour in Beijing Downtown. Auf der Suche nach einem Taxi machte ich einen entscheidenden Fehler, denn es gibt zwei Grundsätze, die man immer einhalten sollte: (1) Taxen nur bei Taxi-Ständen betreten und (2) auf ein laufendes Taxameter bestehen, statt einen Festpreis zu verhandeln. Während ich von fünf Seiten belabert wurde, mich für Taxi XYZ zu entscheiden, hörte ich einen Fahrer “Taxameter” sagen und folgte ihm daher zu seinem Wagen. Tja, ein Taxameter lief, allerdings in viel zu großen Schritten und viel zu schnell. Zu allem Überfluss bin ich dann auch noch im Taxi eingeschlafen und ich vermute, dass der Fahrer die ganze Zeit mit mir durch die Gegend gefahren ist, obwohl wir eigentlich schon längst an meinem gewünschten Zielort hätten angekommen sein müssen. Ich werde also nie wieder in einem Taxi in Beijing einschlafen, denn die Rechnung war für chinesische Verhältnisse recht happig und der Fahrer hat vermutlich auch nicht nur zum Spaß gefragt, ob er mich morgen zur Chinesischen Mauer fahren solle. Er hätte den ganzen Tag für mich Zeit gehabt!
Trotz der kleinen Irrfahrt bin ich schlussendlich gut bei der Silk and Pearl Street angekommen. Hierbei handelt es sich um ein Einkaufszentrum, in dem es sowohl Seide als auch Perlen, aber ebenso Klamotten jedweder Art gibt. Allerdings ist dies von Touristen überlaufen, sodass man keine wirklichen Schnäppchen machen kann. Aber die lautstarken Preis-Verhandlungen in den Miniläden sind ebenso interessant anzuschauen wie die Umkleidekabinen in Form von großen Röcken, unter denen man dann die Hosen wechseln kann. Viel habe ich nicht eingekauft, aber das ein oder andere Teil musste schon sein. Im Anschluss habe ich eine kleine Pizza gegessen, weil es dort kein chinesisches Restaurant in der Nähe gab und ich einen Bärenhunger hatte. Während ich die Pizza genoss, lief vor der Terasse die ganze Zeit eine alte Frau auf und ab, um Touristen nach leer getrunkenen Coke-Dosen zu fragen. Meine bekam sie auch und sie hat sich sogar getraut zu fragen (wir sprachen beide die berühmte “Mit Händen und Füßen”-Verständigungssprache), ob ich meine Pizza nicht mehr aufessen wolle. Ich verneinte, ließ mir den Rest Pizza als Doggy Bag verpacken und schenkte es ihr. Ich habe selten ein so glückliches, strahlendes Gesicht voller Dankbarkeit gesehen.
