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Leaving China

Eingetragen von Julia Spreen auf 2. August 2008 – 23:00Kein Kommentar

Gefühlt viel zu früh, aber beladen mit faszinierenden Eindrücken, spannenenden Erfahrungen und neuen Gedankenanstößen habe ich mich auf den Weg zurück nach Deutschland gemacht. Es war wie immer: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickte ich auf die wunderbare Zeit in Asien zurück sowie auf das, was in der Zukunft kommen möge hinaus. Zum Abschied aus Beijing bot sich mir ein strahlend blauer Himmel, was wohl die absolute Ausnahme war. Eventuell haben genau an diesem Tag die Maßnahmen zur Vertreibung des Smogs gegriffen, eventuell war es einfach nur Glück. Selbst Spiegel online hat das ungewöhnliche Wetter am 02. August festgehalten:

Beijing vorher nachher

Beijing vorher nachher

Bleiben werden viele Freundschaften, die ich in Korea im Rahmen des International Youth Forums gemacht habe. Dort ist mir jedoch ebenfalls bewusst geworden, wieviel Arbeit vor uns liegt, wenn Europäer und Asiaten in Zukunft fair und respektvoll miteinander umgehen wollen. Die Unterschiede, die zwischen den Kontinenten bestehen, so beispielsweise bezüglich der Diskussionskultur, der Kultur allgemein, der Meinungen und Problemeinschätzungen sowie -lösungsansätzen, sind mir bei dieser Veranstaltung besonders deutlich vor Augen geführt worden. Weder 2006 in Seoul, noch 2007 in Kopenhagen habe ich ähnlich divergierende Positionen wahrgenommen. Nichtsdestotrotz hat das International Youth Forum ebenfalls verdeutlicht, dass es immer verschiedene Ebenen gibt und das soziale Miteinander war einzigartig: Europa und Asien können so viel voneinander lernen – die Potenziale sind vorhanden und wir sollten sie nutzen!

Meine Eindrücke von Beijing sind weitgehend positiv. Natürlich ist eine grundsätzlich kritische Haltung bezüglich der Menschenrechtsverletzungen angebracht, aber die Entwicklung, die China in den vergangenen Jahren genommen hat, ist sehr beeindruckend und wenn man dort so weitermacht, blicke ich durchaus positiv in die Zukunft. Die Mühen, die die Chinesen ob der Olympischen Spiele auf sich genommen haben, waren in Beijing auch im Vorfeld bereits deutlich erkennbar. Selbstverständlich kann man auch dies kritisch beäugen, aber es gehört nun einmal zu der asiatischen Kultur, das Gesicht zu wahren und da greift man mitunter eventuell auch zu unkonventionellen Mitteln. Die Chinesen jedenfalls waren stolz auf das, was sie der internationalen Sportwelt anzubieten hatten und meiner Meinung nach waren sie das zu Recht. Vielleicht würde ich eine andere Ansicht vertreten, wenn ich nicht kurz vor der Olympiade in Beijing gewesen wäre und den ganzen Enthusiasmus nicht am eigenen Leib hätte erfahren dürfen. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, wenn sich mir die Möglichkeit böte, eines Tages für längere Zeit und gerne auch im ländlicheren Bereich China zu entdecken.

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